Elemente des Erzählens

Das Ariadne-Projekt ist ein Kurs, der in seiner Gesamtheit drei Jahre umfasst.
Jedes der zehn Wochenend-Seminare eines dieser drei Jahres-Kurse befasst sich mit einer speziellen Form und Anwendung des Kreativen Schreibens (z.B. Biographie & Phantasie).
Zusätzlich wird im Verlauf dieser Wochenend-Seminare jeweils ein bestimmtes Element des Erzählens vorgestellt und praktisch geübt: zum Beispiel die Hauptfigur, der Schauplatz oder die Atmosphäre einer Kurzgeschichte oder eines Romans.

Raum Zeit und Person

Zunächst sollen die drei unabdingbaren Grund-Elemente vorgestellt werden. Es sind nicht viele: Person(en), Raum und Zeit. Aus diesen wenigen Grundkonstanten entfalten sich Konflikte, Handlungen, Spannung und das übrige Repertoire. Dies wird dann gewissermaßen verfeinert: Stoff und Plot werden verglichen. Anfang, Ende (samt Pointe) und Atmosphäre werden betrachtet. Dies wird abgerundet mit kleinen Exkursionen zu Fragen der literarischen Qualität, der Metapher, der Lebendigkeit einer Story.
Die wesentlichen Elemente einer Geschichte sind dabei:

  • Der Plot
  • Anfang der Geschichte
  • Handlung
    • Konflikt

    • Hindernis / Prüfung
    • Schürzung des Dramatischen Knotens (Enge, Angst und »Nachtmeer-Fahrt«)
    • Lysis (Auflösung des Konflikts)
  • Die Personen
  • Der Schauplatz
    • aum (Lokalkolorit, Ambiente)
    • Zeit (Zeitkolorit)
  • Atmosphäre
  • Perspektivenwechsel
  • Dialog
  • Schluß der Geschichte (mit Pointe)

Wie beim Billiardspiel

Dem Schreiben von Geschichten nähert man sich vielleicht am sinnvollsten wie einem Billiardtisch: Da liegen vor einem zunächst alle möglichen Elemente (die Kugeln) als theoretische Möglichkeiten ausgebreitet. Es hat keinen Sinn viel nachzugrübeln, wie man am besten beginnt oder das aktuelle Spiel weiterführt: Der Möglichkeiten sind einfach zu viele. Also stößt man sinnvollerweise beherzt mit dem Queue mitten in die Anfangsordnung der farbigen Bälle hinein. Und wendet sich dann Stoß für Stoß einem Element nach dem anderen zu. Bis der Tisch leer, die Story also beendet ist.
Wie beim Billiard lernt man dazu, und von Spiel zu Spiel wächst die Meisterschaft. Wer sein Handwerk und die dazugehörigen Instrumente kennt, kann loslassen und — im Sinne des Zen — absichtslos werden. Ist dieser Zustand erreicht — schreiben sich Geschichten in der Tat »wie von selbst«. Die Voraussetzung dafür ist, daß der Autor sein Handwerkszeug beherrscht. In diesem Kapitel stelle ich deshalb die wesentlichen Elemente vor, aus denen eine Story sich zusammensetzt.
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