Warum Schreiben?

Kalligraphie

Warum schreiben? / Foto: adactio

Schreiben ist das vielfältigste und am meisten benutzte Werkzeug, das Menschen sich bisher ausgedacht haben. Von den Dutzenden Funktionen des Schreibens seien hier nur die drei wichtigsten genannt, die auch in den Angeboten des Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie (IAK) vermittelt und gefördert werden:

  • Schreiben als Denkwerkzeug;
  • Schreiben als Weg der Selbstklärung und Selbsterfahrung (autobiografisches Schreiben) sowie als Therapeutikum;
  • Schreiben als Literatur.

Im Zeitalter des Internets, also etwa seit den 1980-er Jahren, macht man sich gar nicht mehr so recht bewusst, dass es zahlreiche Kulturen auf unserem Planeten gab und immer noch gibt, in denen Millionen von Menschen weder lesen noch schreiben können und damit vom (schriftlich fixierten) Gedächtnis der Menschheit ausgeschlossen sind.

Es gibt jedoch außer diesem Analphabetentum noch eine Art “Analphabetentum zweiter Ordnung”: nämlich jene Menschen, die zwar in der Schule gelernt haben, wie man die Buchstaben setzt und wie man Texte entziffert – die aber den tieferen Nutzen des Schreibens und seine vielfältigen Funktionen nicht für sich praktisch anwenden können.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich mit dem Kreativen Schreiben eine neue Form der literarischen Produktion, die Aspekte des Lesen und des Schreiben, die vorher weit gehend getrennt voneinander ausgeübt wurden, zusammenführt. Zwischen beiden traditionellen Formen des Schreibens, wie die Dichter, Schriftsteller und Verwalter sie schon im Ägypten der antike ausübten, waren die Rollen noch klar verteilt. Doch nun führen die Seminare des kreativen Schreibens den kreativen Akt des Verfassers von Texten und das (Vor-)Lesens zusammen: Die passiven Leser werden selbst zu aktiven Autoren.

Dadurch wird die Lücke zwischen Textproduzenten und Textkonsumenten geschlossen. Die Autoren des kommerziellen und professionellen Buchmarktes haben inzwischen allenfalls noch die Funktion von Vorreitern und Vorbildern, denen man in den eigenen Texten nacheifert. Oder sie sind künstlerische Avantgarde, die mit neuen Formen und Inhalten experimentiert. Wer am Kreativen Schreiben teilhat, versteht sich selbst als Künstler – allerdings ohne den literarischen Anspruch, wie er in den Feuilletons der Medien von hauptberuflichen Kritikern und Buch-Promotern des Marktes hochgehalten wird.

Das im IAK aus den Methoden des kreativen Schreibens weiter entwickelte Dynamische Schreiben

  • bezieht zum einen die selbsttherapeutischen Effekte des Schreibens (Schreibende Selbsterfahrung) intensiver ein
  • und legt am anderen Ende eines gedachten Spektrums durchaus Wert auf Erfolg, irgendwann auch auf finanziellen Erfolg mit den Ergebnissen der Seminare.

HyperWriting führt dies nochmals eine Stufe weiter, indem dort das Konzept der Heldenreise sowohl bei der Hauptfigur einer Erzählung (zum Beispiel eines Romans) wie auch beim Autor dieses Textes selbst mit einbezogen wird. Ja, sogar die ganze schreibende Gruppe macht in diesem Verständnis eine gemeinsame Heldenreise durch – so wie in der Trilogie vom “Herr der Ringe” die Gruppe der “Gefährten” eine solche kollektive Heldenreise macht.

Warum also schreiben?

Letztlich gibt es darauf nur die eine Antwort, welche jeder Teilnehmer eines Schreibseminars erst nach dem Ende des Seminars beantworten kann: Weil es ihm oder ihr Freude macht und das Schreiben die persönliche Entwicklung vorantreibt, durch Entfaltung neuer künstlerisch-kreativer Talente, die bislang brach lagen.

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